Über mich

„Ich bin im Element, wenn etwas läuft" Jeder hat seine ganz eigene Ausstrahlung und Persönlichkeit, jeder ist ein Unikat. Trotzdem sieht man sofort, aus welchem Hause sie kommen: Die Teddys der bekannten Bärenkünstlerin Madeleine G. Herzig können trotz ihrer Individualität ihre Herkunft nicht verleugnen.

madeleine-herzigKurze rote Haare, ein ansteckendes Lachen und ein hin und wieder nur schwer zu unterbrechendes Mundwerk: Hinter dem Label „MGH Teddybears" steckt die vitale, aufgestellte 65-jährige Madeleine Germaine Herzig. Stille liegt ihr nicht: „Ich kann weder untätig sein noch lange schweigen. Ich mag es, wenn um mich herum etwas läuft oder aber ich betätige mich selbst in irgend einer Form". So macht sie gerade jetzt, nach einer schweren Rückenoperation, schwierige Zeiten durch. Sie sollte möglichst viel liegen, darf sich weder im Garten betätigen, noch Bären nähen oder mit dem äusserst lebhaften Boxer Rio durch die Wälder streifen. Kurz und gut: Alles, was ihr Spass macht, ist momentan strikte untersagt. Ironischerweise hat sie es auch ihrem angeschlagenen Rücken zu verdanken, dass sie heute eine erfolgreiche Bärenkünstlerin ist.

„Vor mehr als zwanzig Jahren durfte ich beim Aufbau eines exklusiven Spielwarengeschäftes mitwirken, dessen Geschäftsführung ich dann auch während gut zehn Jahren innehatte. Im Rahmen dieser Tätigkeit kam ich mit zahlreichen Bärenkünstlerinnen und -künstlern aus dem In- und Ausland in Kontakt. Wenn ich für das Geschäft auf Teddy-Einkaufstour war, kaufte ich immer auch einen für mich privat. So entstand im Laufe der Zeit eine stattliche Sammlung. Irgendwann packte sie die Lust, sich selbst an einem eigenen Teddy zu versuchen. „Der erste selbstgenähte Teddy war für meine Begriffe eine Enttäuschung". 1998 musste sie – nach der ersten Rückenoperation – ihre geliebte Tätigkeit im Spielwarengeschäft aufgeben.

Die erforderliche berufliche Neuorientierung und die Geburt des ersten Enkels bewogen Madeleine Herzig dazu, das Bärenmanufaktur-Handwerk mittels Kursen von Grund auf zu erlernen. Ihre weiteren Teddys waren dann alles andere als eine Enttäuschung. Bis heute hat die Bärenkünstlerin ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Obwohl jeder Teddy deutlich ihre Handschrift trägt, ist doch jedes Exemplar einzigartig. „Ich fertige keine Serien an. Jeder Teddy ist von A bis Z ein Unikat, für jeden zeichne ich ein eigenes Schnittmuster. Mir ist aber nicht nur eine qualitativ hochstehende Verarbeitung wichtig, sondern auch die Qualität der verwendeten Materialien muss stimmen. So entstehen meine Teddys aus Mohair, wunderschönen alten Wollstoffen (beispielsweise aus Polsterstoffen) oder auch aus Schweizer Armeewolldecken. Zu guter Letzt wird jeder Bär mit einem Namen getauft, der zu seinem Wesen passt."

Ihre Teddys gefielen von Beginn weg

ruedirioAn einer ihrer ersten grossen Ausstellungen, am Bärenfestival im Jahr 2000 in Sigriswil/BE, durfte die Kunsthandwerkerin bereits erste wichtige Preise in Empfang nehmen: Sie gewann in ihrer Kategorie den Schweizermeistertitel und den „Swiss Teddy"-Preis. „Dass ich meine Bären überhaupt einem grösseren Publikum vorstellte, hatte ich zu einem grossen Teil meinem Mann Jürg zu verdanken. Er war mir eine wichtige Stütze und begleitete mich zu Ausstellungen im In- und Ausland, war mein grösster Kritiker, motivierte und spornte mich an, wenn ich mal einen Durchhänger hatte und suchte auf Flohmärkten nach ausgefallenen und witzigen Accessoires für meine Bären." 2006 dann der Schock: Jürg verlor den langen Kampf gegen seine schwere Krankheit. Nach seinem Tod fiel die Bärenkünstlerin in ein Loch, mochte sich nicht dazu aufraffen, neue Bären zu kreieren und an Ausstellungen teilzunehmen. „Es war die wohl schwierigste Phase meines Lebens. Nach über 30 gemeinsamen Jahren so plötzlich alleine zu sein, machte mir wahnsinnig Mühe. Zum Glück durfte ich auf die Unterstützung meiner Kinder und deren Partner und auf diejenige von mir nahestehenden Menschen zählen. Eine der wichtigsten Stützen in dieser Zeit war mir unser Hund Basco, der in der Zwischenzeit leider auch verstorben ist."

Mittlerweile hat sie wieder zu den Bären und zurück in ein neues Leben gefunden: Heute lebt sie zusammen mit ihrem Partner Ruedi Wyler in Wichtrach, wo die beiden sein Wohnhaus aus den 70er Jahren komplett umgebaut und renoviert haben. Seit einem guten Jahr ergänzt der junge Boxer Rio das Duo: „Der Hund erfordert momentan immer noch fast so viel Aufmerksamkeit wie ein Kleinkind, belebt unseren Alltag aber ungemein. Wir möchten ihn nicht mehr missen." Langweilig wird es der umtriebigen und lebhaften Künstlerin in naher Zukunft ganz bestimmt nicht.

Text: Franziska Frey

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