Über mich |
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| Interview mit | |||||||
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| Madeleine G. Herzig | |||||||
| Wer sind Sie? | |||||||
Mein Name ist Madeleine Germaine Herzig-Thomet. Geboren wurde ich 1946 in Bern. Ich bin verheiratet, wir haben zwei erwachsene Kinder und sind stolze Grosseltern. Seit über 30 Jahren wohnen wir in der Stadt Thun. Mein Mann und ich bewohnen eine Dachwohnung mit grosser Terrasse, mit einem wunderbaren Ausblick auf die Berner-Alpen. Im Sommer ist die Terrasse mein Nähatelier. |
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Woher stammt der Name MGH-Teddybears und wie wurden Sie Bärenkünstlerin? |
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| Der Name ist aus den Anfangsbuchstaben meiner Vornamen und unserem Familiennamen entstanden. MGH ist also nicht aus irgend einem Geheimnis heraus entstanden, das ich nicht verraten möchte. | |||||||
Das Kreieren und Nähen von Teddys ist nicht einfach aus einer Laune heraus entstanden. |
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Ausschnitt private Bären |
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Aus gesundheitlichen Gründen musste ich dann im Jahr 1998 meine so geliebte berufliche Tätigkeit aufgeben. |
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| Was macht Ihnen beim Bärenmachen am meisten Spass? | |||||||
Neue Schnitte zu entwerfen. Meistens weiss ich bereits beim Fertigstellen eines Teddys, was beim Nächsten anders, besser oder schöner sein muss oder könnte. So entstehen auch bereits Ideen in meinem Kopf über das Aussehen des nächsten Teddys, wenn ich mir die Mohair-Stoffe aussuche. Es ist aber auch die künstlerische Freiheit, die einem auch immer wieder zu neuen Aktivitäten, d.h. Gestaltung neuer Schnitte animiert. |
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Ein neuer Schnitt entsteht und wird gleich in die Tat umgesetzt. |
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Zauberhaft ist es auch, Stoffe selber mit Pflanzenfarbe einzufärben und darüber zu staunen, welche herrlichen Licht- und Schattenspiele diese Naturfarben entstehen lassen. |
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Mein Mann Jürg |
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| Was sagt denn Ihr Mann bzw. die Familie zu den Teddybären? | |||||||
Von meinem Mann werde ich diesbezüglich voll unterstützt, insbesondere durch konstruktive Kritiken die bei der Geburt eines neuen Teddys angebracht werden. Auch meine Kinder mit ihren Partnern sind begeisterte Kritiker. So ergeben sich dann für mich aus den angeregten Gesprächen wiederum wertvolle Anregungen. |
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| Wie reagieren die Besucher von Ausstellungen auf Ihre Teddy Kreationen? Welches war eigentlich der Grund für Sie an Teddy-Ausstellungen mitzumachen? | |||||||
| Dazu muss ich sagen, dass ich auf die Reaktion der Besucher bei meiner ersten Ausstellung am meisten gespannt war. Meine Bären durften erstmals den Duft der grossen weiten Welt an einer Ausstellung im Nov./Dez. 1999 in Thun, gemeinsam mit den Astro-Bären von Frau Aregger, schnuppern. | |||||||
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An einer meiner ersten Ausstellungen. |
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| Ich muss sagen, dass mich die erstaunten, belustigten, verwunderten und erfreuten Gesichter stolz gemacht haben und mir bestätigten, dass ich auf dem richtigen Weg war. | |||||||
| Mein Mann war bald einmal der Ansicht, dass meine Teddys auch einem grösseren Publikum zugänglich gemacht werden sollten. Die erst grosse Bärenbörse war für mich das Bärentreffen in Muttenz im Jahr 2000. Darauf folgte das Bärenfestival 2000 in Sigriswil/BE. Da ich meine Teddys selbst nicht objektiv beurteilen konnte, stellte ich einen meiner Bären der gestrengen Jury vor. Meine Freude war riesig, als mein Teddy nominiert wurde. Als ich dann auch noch den Schweizermeistertitel und den „Swiss Teddy“-Preis in meiner Kategorie gewann, war dies der allerschönste Moment und ein grosser Ansporn für mich. | |||||||
Die Schweizermeister und Swiss Teddy Gewinner |
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Das Mitmachen an den internationalen Wettbewerben gab mir auch die Bestätigung, dass meine bärigen Kreationen zu gefallen wussten. Belegte ich doch als Newcomer respektable vordere Plätze. |
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Ist das Bärenmachen für Sie noch ein Hobby oder schon ein Beruf? Wie viele Bären entstehen ungefähr in einem Jahr? |
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| Für mich ist das Bärenmachen nach wie vor ein Hobby voller Freude. Ich fertige keine Serien von Teddys an. Ein jeder meiner Bären ist ein Unikat. Sicher sehen viele meiner Teddys ähnlich aus, aber dennoch ist ein jeder ein Unikat, oder noch besser gesagt, eine eigene Persönlichkeit. Für mich sind das Verwandte des I., II. oder III. Grades. Ich möchte hier auch auf meine Teddy-Galerien verweisen, die einen sehr guten Überblick über mein Schaffen geben. | |||||||
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Nicht nur Teddybären entstehen bei MGH. |
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| Wie viele Bären ich pro Jahr nähe ist sehr schwer zu sagen. Die Lust dazu spielt eine sehr grosse Rolle. Manchmal ist auch ein gewisser Zwang vorhanden und zwar dann, wenn ich an einer Ausstellung mehr Teddys verkauft habe und die nächste Ausstellung sozusagen schon vor der Türe steht. Wenn ich viel Lust habe, so können es schon mal zwei bis drei Bären pro Woche sein. Aber das variiert wirklich sehr stark. Manchmal geht eben auch gar nichts. Eine kreative Pause ab und zu ist auch nicht schlecht, um neue Ideen reifen zu lassen. Dies auch, damit die MGH-Teddybear-Familie immer wieder interessanten, lieben- und charaktervollen Nachwuchs bekommt. |
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Die Bärenszene ist ja eigentlich immer im Wandel. Was bedeutet dies für Sie? |
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| Es ist richtig, dass die Bärenszene einem Wandel unterworfen ist. Man weiss nie, ob nun nostalgische Teddys vom Publikum gewünscht werden oder verrückte Kerlchen. Ich bin aber der Meinung, dass man sich selber bleiben sollte und nicht einfach den Trends folgt, die Manchenm in einer gewissen Art und Weise aufdoktriert werden. | |||||||
| Schlimm finde ich, wie in letzter Zeit von vielen Bärenkünstlerinnen und -künstlern die Preise nach unten verschoben werden, nur um ihre Bären verkaufen zu können. Der grösste Schaden dadurch entsteht denjenigen Bärenkünstlerinnen und -künstlern, die davon ihren Lebensunterhalt bestreiten. Ich persönlich bin der Meinung, dass gutes Handwerk nach wie vor seinen Preis hat und im Weiteren ist zu sagen, dass für einen sorgfältig gearbeiteten Teddybären doch einige Zeit aufgewendet werden muss (darf) bis er genäht, gestopft und mit Liebe ausgearbeitet ist. | |||||||
| Für mich ist das höchste Ziel meine Eigenständigkeit zu wahren und aus qualitativ hochwertigem Mohair und anderen Materialien wie z.B. Viscose, Wollstoffen (z.B. alte Polsterstoffe) oder eben aus Schweizer-Armee-Wolldecken meine Exponate zu erstellen und dabei auch die Fantasie walten zu lassen. Wie ich bereits sagte, ist die Teilnahme an internationalen Wettbewerben immer ein Gradmesser. | |||||||
| So gewann ich bis heute drei Mal den Swiss Teddy und die Schweizermeisterschaft in der Kategorie Bären unbekleidet 13-50 cm (2000 mit dem Teddy Camillo, im Jahr 2003 mit meinem Teddy Albanus aus Schweizer-Armee-Wolldecke und im Jahr 2004 mit dem aus sehr alten Polsterstoffen gefertigten Teddy „Bäron von Sofa“). Im Jahre 2002 wurde ich an der Schweizermeisterschaft in Sigriswil in den Kategorien Minis bis 12 cm und Tableaux nominiert. |
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Vielen Dank für das Interview. |
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